Die wesentlichen Inhalte unseres Antrags NG-1 000 016 bei der Allianz für Beteiligung
Antragsteller:in
Antragsteller:in
Name der Antragsteller:in: Wir in Weinsberg
Anschrift: Wir in Weinsberg
Kernerstraße 13
74189 Weinsberg Baden-Württemberg
Rechtsform: e.V.
Kurzbeschreibung des/der Antragsteller:in
Wir in Weinsberg e.V. ist ein gemeinnütziger Verein für Demokratie, Vielfalt und bürgerschaftliches Engagement mit Sitz in Weinsberg. Der Verein entstand aus einer Bürgerinitiative im Frühjahr 2024 und versteht sich als offene Plattform, die Menschen zusammenbringt, Beteiligung fördert und gemeinsam Projekte für ein lebendiges, tolerantes und vielfältiges Weinsberg umsetzt.
Im Mittelpunkt der Vereinsarbeit stehen politische Bildung, Austausch, Vernetzung und aktive Teilhabe: durch Veranstaltungen, Ausstellungen, Bildungsangebote, soziale Aktionen und Kooperationen mit lokalen Akteur*innen. „Wir in Weinsberg“ agiert parteipolitisch unabhängig und fühlt sich den Werten des Grundgesetzes verpflichtet.
Der Verein ist offen für Menschen jeden Alters und Hintergrunds, die sich aktiv oder punktuell einbringen möchten – sei es durch Teilnahme an Aktivitäten, Einbringen eigener Ideen oder durch Mitarbeit in Projektgruppen.
Kurzbeschreibung des Projektes (auch für Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit)
Im Projekt „Nachbarschaftsgespräche“ soll in Weinsberg gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern sowie Akteurinnen und Akteuren aus Vereinen, Kultur, Wirtschaft und weiteren Bereichen ausgelotet werden, wie Austausch und Vernetzung vor Ort verbessert werden können.
Ausgangspunkt sind Beobachtungen im Stadtleben: Angebote und Veranstaltungen bestehen vielfach nebeneinander, Informationen erreichen nicht alle Zielgruppen, und Engagementpotenziale werden nicht immer sichtbar oder wirksam verbunden. Gleichzeitig verändern sich Kommunikationswege – klassische Printmedien verlieren an Bedeutung, digitale Kanäle werden uneinheitlich genutzt.
In einem offenen, moderierten Beteiligungsprozess sollen diese Themen gemeinsam diskutiert werden. Dabei werden sowohl analoge Formen des Austauschs als auch digitale Möglichkeiten betrachtet, ohne eine konkrete Lösung vorab festzulegen.
Ziel ist es, Perspektiven zusammenzuführen, Bedarfe sichtbar zu machen und gemeinsam zu reflektieren, welche Formen von Vernetzung für Weinsberg sinnvoll und praktikabel sein könnten.
Wenn der Antrag bewilligt wird, soll das Projekt spätestens im Mai 2026 mit der Auftaktveranstaltung starten. Die Abschlussveranstaltung soll im Oktober 2026 sein, so dass es bis Ende Oktober abgeschlossen ist.
Welche Ziele wollen Sie mit Ihrem Projekt erreichen?
Ziel des Projekts ist es, gemeinsam mit der Stadtgesellschaft von Weinsberg die Möglichkeiten, Chancen und Grenzen einer besseren Vernetzung auszuloten. Dabei sollen sowohl digitale als auch analoge Formen des Austauschs betrachtet werden.
Konkret verfolgt das Projekt folgende Ziele:
- Förderung des Dialogs zwischen unterschiedlichen Gruppen der Stadtgesellschaft
- Sichtbarmachung von Angeboten, Engagement und Unterstützungsbedarfen
- Identifikation von Hürden in der bisherigen Informations- und Vernetzungspraxis
- Gemeinsames Nachdenken darüber, welche Formen von Vernetzung für Weinsberg sinnvoll sein könnten
- Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts durch Austausch und Beteiligung
Das Projekt ist als offener Prozess angelegt. Es geht nicht um die Umsetzung einer vorab definierten Lösung, sondern um gemeinsame Verständigung und Orientierung.
Bitte beschreiben Sie die Situation in dem Stadtteil oder Viertel, in dem Sie Ihr Projekt machen möchten
Weinsberg verfügt über eine vielfältige Vereins-, Kultur- und Engagementlandschaft sowie zahlreiche gewerbliche Angebote. Gleichzeitig ist diese Vielfalt nur begrenzt miteinander vernetzt. Veranstaltungen und Aktivitäten werden häufig unabhängig voneinander geplant, Informationen über unterschiedliche Kanäle verbreitet.
Zudem gibt es Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren oder einbringen möchten, jedoch nicht wissen, an wen sie sich wenden können oder wo konkret Unterstützung gebraucht wird. Vorhandene Engagementbereitschaft und bestehende Bedarfe finden nicht immer zueinander.
Ein weiterer Aspekt ist die zunehmende Alterung der Gesellschaft. In Weinsberg leben viele ältere Menschen allein. Es bestehen einzelne Unterstützungs- und Begegnungsangebote, etwa ein ehrenamtlich organisierter Einkaufsbus oder Seniorentreffs. Diese werden überwiegend über Printmedien bekannt gemacht, die nicht mehr alle Bevölkerungsgruppen erreichen.
Zudem ist die Stadt in den vergangenen Jahren gewachsen. Viele neu Zugezogene, darunter junge Familien, sind bislang nur begrenzt in lokale Netzwerke eingebunden.
Vor diesem Hintergrund besteht Bedarf an Austausch darüber, wie Information, Engagement und Angebote besser sichtbar und zugänglich gemacht werden können.
Bitte Beschreiben Sie, wie Sie die Menschen im Stadtteil in Ihr Projekt einbeziehen möchten
Der Beteiligungsprozess ist mehrstufig angelegt. Zu Beginn findet eine öffentliche Informations- und Beteiligungsveranstaltung statt, bei der Zielsetzung und Fragestellungen vorgestellt werden. Die Einladung richtet sich offen an alle Interessierten; zusätzlich erfolgt eine gezielte Ansprache von Vereinen, Jugendlichen, jungen Familien, älteren Menschen sowie weiteren relevanten Gruppen.
Im Anschluss werden moderierte Arbeitsgruppen gebildet, die einzelne Themen vertieft bearbeiten. Die Treffen können in Präsenz oder online stattfinden, um eine möglichst breite Beteiligung zu ermöglichen.
Falls mehrere Arbeitsgruppen entstehen, werden deren Ergebnisse in einer gemeinsamen Klausurtagung zusammengeführt und reflektiert. Zwischenergebnisse werden öffentlich zugänglich gemacht, sodass auch eine punktuelle Beteiligung möglich ist.
Zielgruppe
- Wen möchten Sie mit Ihrem Nachbarschaftsgespräch erreichen?
- Bürgerinnen und Bürger mit und ohne Beteiligungserfahrung
- Jugendliche und junge Erwachsene
- junge Familien, insbesondere neu Zugezogene
- alleinlebende Seniorinnen und Senioren sowie alleinlebende Menschen mit Unterstützungsbedarf
- ehrenamtlich Engagierte und potenziell Engagierte
- Kirchengemeinden, Vereine, Initiativen und kulturelle Akteure
- lokale Dienstleister und gewerbliche Anbieter
- Vertreterinnen und Vertreter der Stadt Weinsberg
Ziel ist ein generationenübergreifender Austausch unterschiedlicher Perspektiven.Wie setzen Sie aufsuchende und breite Beteiligung um?Breite Beteiligung soll durch offene und möglichst niedrigschwellige Formate ermöglicht werden. Die Auftaktveranstaltung soll öffentlich zugänglich und barrierearm gestaltet werden. Termine und Inhalte sollen transparent kommuniziert, Zwischenergebnisse dokumentiert und öffentlich zugänglich gemacht werden. Ergänzend soll die Möglichkeit zur Online-Teilnahme vorgesehen werden, um auch mobilitätseingeschränkten oder zeitlich gebundenen Personen eine Beteiligung zu ermöglichen.Aufsuchende Beteiligung erfolgt durch gezielte persönliche Ansprache und über bestehende Netzwerke. Vereine, soziale Einrichtungen, Jugend- und Familienkontakte, Seniorentreffs, kulturelle Einrichtungen sowie Treffpunkte im Stadtleben werden aktiv einbezogen. Auch bei öffentlichen Veranstaltungen oder an frequentierten Orten können Gespräche geführt und Beteiligungsmöglichkeiten vorgestellt werden, um insbesondere Menschen zu erreichen, die sich bisher nicht einbringen.
Wenn Sie eine Beratung nutzen möchten, füllen Sie dieses Feld aus.
Zur Sicherung der Qualität des Prozesses ist eine professionelle Moderation und Prozessbegleitung vorgesehen. Diese umfasst Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung der Veranstaltungen, Arbeitsgruppen und der Klausurtagung.
Vorgeschlagen wird Martin Keller-Combé, der über langjährige Erfahrung in der Begleitung von Beteiligungsprozessen im ländlichen Raum verfügt.
Ergänzend soll bei Bedarf ein IT-Experte hinzugezogen werden, um einzuschätzen, ob und in welcher Form diskutierte Ideen grundsätzlich digital umsetzbar wären.
Die Ergebnisse werden dokumentiert und verschriftlicht. Zwischenschritte und Arbeitsergebnisse sollen zusätzlich über eine projektbezogene Webseite öffentlich zugänglich gemacht werden. Dabei können unterstützend digitale Werkzeuge eingesetzt werden.
Bitte erläutern Sie: Warum kann Ihre Initiative die Kosten nicht selbst bezahlen?
Der antragstellende Verein wurde 2025 gegründet und befindet sich noch im Aufbau. Die Mitgliederzahl ist bislang gering.
Die vorhandenen Einnahmen aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden reichen aus, um laufende Vereinskosten zu decken und einzelne kostenlose Veranstaltungen im Sinne der Vereinszwecke zu ermöglichen. Für einen mehrmonatigen, professionell begleiteten Beteiligungsprozess stehen jedoch keine Eigenmittel zur Verfügung.
Die Vereinsarbeit wird ausschließlich ehrenamtlich geleistet. Aufgaben wie externe Moderation, fachliche Beratung, Dokumentation und technische Unterstützung können nicht aus eigener Kraft übernommen werden. Eine Förderung ist daher notwendig, um das Projekt überhaupt starten zu können.